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Iphigenie. Fiel Troja? Theurer Mann, versichr' es mir. Pylades. Es liegt. O sichre du uns Rettung zu! Beschleunige die Hülfe, die ein Gott Versprach. Erbarme meines Bruders dich. O sag' ihm bald ein gutes holdes Wort; Doch schone seiner wenn du mit ihm sprichst, Das bitt' ich eifrig: denn es wird gar leicht Durch Freud' und Schmerz und durch Erinnerung Sein Innerstes ergriffen und zerrüttet. Ein fieberhafter Wahnsinn fällt ihn an, Und seine schöne freie Seele wird Den Furien zum Raube hingegeben. Iphigenie. So groß dein Unglück ist, beschwör' ich dich, Vergiß es, bis du mir genug gethan. Pylades. Die hohe Stadt, die zehen lange Jahre Dem ganzen Heer der Griechen widerstand, Liegt nun im Schutte, steigt nicht wieder auf. Doch manche Gräber unsrer Besten heißen Uns an das Ufer der Barbaren denken. Achill liegt dort mit seinem schönen Freunde. Iphigenie. So seid ihr Götterbilder auch zu Staub! Pylades. Auch Palamedes, Ajax Telamons, Sie sahn des Vaterlandes Tag nicht wieder. Iphigenie. Er schweigt von meinem Vater, nennt ihn nicht Mit den Erschlagnen. Ja! er lebt mir noch! Ich werd' ihn sehn! O hoffe, liebes Herz! Pylades. Doch selig sind die Tausende, die starben Den bittersüßen Tod von Feindes Hand! Denn wüste Schrecken und ein traurig Ende Hat den Rückkehrenden statt des Triumphs Ein feindlich aufgebrachter Gott bereitet. Kommt denn der Menschen Stimme nicht zu euch? So weit sie reicht, trägt sie den Ruf umher Von unerhörten Thaten die geschahn. So ist der Jammer, der Mycenens Hallen Mit immer wiederholten Seufzern füllt, Dir ein Geheimniß? Klytämnestra hat Mit Hülf' Ägisthens den Gemahl berückt, Am Tage seiner Rückkehr ihn ermordet!-- Ja, du verehrest dieses Königs Haus! |  |
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