| |
Das Glück nicht eigen machen, ließ ihn nicht Aus meinen Armen los, und fühlte nicht Die Nähe der Gefahr die uns umgibt. Jetzt gehn sie ihren Anschlag auszuführen Der See zu, wo das Schiff mit den Gefährten In einer Bucht versteckt auf's Zeichen lauert, Und haben kluges Wort mir in den Mund Gegeben, mich gelehrt was ich dem König Antworte, wenn er sendet und das Opfer Mir dringender gebietet. Ach! ich sehe wohl, Ich muß mich leiten lassen wie ein Kind. Ich habe nicht gelernt zu hinterhalten Noch jemand etwas abzulisten. Weh! O weh der Lüge! Sie befreiet nicht, Wie jedes andre wahrgesprochne Wort, Die Brust; sie macht uns nicht getrost, sie ängstet Den, der sie heimlich schmiedet, und sie kehrt, Ein losgedruckter Pfeil, von einem Gotte Gewendet und versagend, sich zurück Und trifft den Schützen. Sorg' auf Sorge schwankt Mir durch die Brust. Es greift die Furie Vielleicht den Bruder auf dem Boden wieder Des ungeweihten Ufers grimmig an. Entdeckt man sie vielleicht? Mich dünkt, ich höre Gewaffnete sich nahen!--Hier!--Der Bote Kommt von dem Könige mit schnellem Schritt, Es schlägt mein Herz, es trübt sich meine Seele, Da ich des Mannes Angesicht erblicke, Dem ich mit falschem Wort begegnen soll. Zweiter Auftritt. Iphigenie. Arkas. Arkas. Beschleunige das Opfer, Priesterin! Der König wartet und es harrt das Volk. Iphigenie. Ich folgte meiner Pflicht und deinem Wink, Wenn unvermuthet nicht ein Hinderniß Sich zwischen mich und die Erfüllung stellte. Arkas. Was ist's, das den Befehl des Königs hindert? Iphigenie. Der Zufall, dessen wir nicht Meister sind. Arkas. So sage mir's, daß ich's ihm schnell vermelde: Denn er beschloß bei sich der beiden Tod. Iphigenie. |  |
|
| |
|
|