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Entsühnst den Fluch und schmückest neu die Deinen Mit frischen Lebensblüthen herrlich aus. Iphigenie. Vernehm' ich dich, so wendet sich, o Theurer, Wie sich die Blume nach der Sonne wendet, Die Seele, von dem Strahle deiner Worte Getroffen, sich dem süßen Troste nach. Wie köstlich ist des gegenwärt'gen Freundes Gewisse Rede, deren Himmelskraft Ein Einsamer entbehrt und still versinkt. Denn langsam reift, verschlossen in dem Busen, Gedank' ihm und Entschluß; die Gegenwart Des Liebenden entwickelte sie leicht. Pylades. Leb' wohl! Die Freunde will ich nun geschwind Beruhigen, die sehnlich wartend harren. Dann komm' ich schnell zurück und lausche hier Im Felsenbusch versteckt auf deinen Wink-- Was sinnest du? Auf einmal überschwebt Ein stiller Trauerzug die freie Stirne. Iphigenie. Verzeih! Wie leichte Wolken vor der Sonne, So zieht mir vor der Seele leichte Sorge Und Bangigkeit vorüber. Pylades. Fürchte nicht! Betrüglich schloß die Furcht mit der Gefahr Ein enges Bündniß; beide sind Gesellen. Iphigenie. Die Sorge nenn' ich edel, die mich warnt, Den König, der mein zweiter Vater ward, Nicht tückisch zu betrügen, zu berauben. Pylades. Der deinen Bruder schlachtet, dem entfliehst du. Iphigenie. Es ist derselbe, der mir Gutes that. Pylades. Das ist nicht Undank, was die Noth gebeut. Iphigenie. Es bleibt wohl Undank; nur die Noth entschuldigt. Pylades. Vor Göttern und vor Menschen dich gewiß. Iphigenie. Allein mein eigen Herz ist nicht befriedigt. |  |
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