| |
Thoas. Unwillig, wie sich Feuer gegen Wasser Im Kampfe wehrt und gischend seinen Feind Zu Tilgen sucht, so wehret sich der Zorn In meinem Busen gegen deine Worte. Iphigenie. O laß die Gnade, wie das heil'ge Licht Der stillen Opferflamme, mir, umkränzt Von Lobgesang und Dank und Freude, lodern. Thoas. Wie oft besänftigte mich diese Stimme! Iphigenie. O reiche mir die Hand zum Friedenszeichen. Thoas. Du forderst viel in einer kurzen Zeit. Iphigenie. Um Gut's zu thun braucht's keiner Überlegung. Thoas. Sehr viel! denn auch dem Guten folgt das Übel. Iphigenie. Der Zweifel ist's, der Gutes böse macht. Bedenke nicht; gewähre, wie du's fühlst. Vierter Auftritt. Orest (gewaffnet). Die Vorigen. Orest (nach der Scene gekehrt). Verdoppelt eure Kräfte! Haltet sie Zurück! nur wenig Augenblicke! Weicht Der Menge nicht, und deckt den Weg zum Schiffe Mir und der Schwester. (Zu Iphigenien ohne den König zu sehen.) Komm, wir sind verrathen. Geringer Raum bleibt uns zur Flucht. Geschwind! (Er erblickt den König.) Thoas (nach dem Schwerte greifend). In meiner Gegenwart führt ungestraft Kein Mann das nackte Schwert. Iphigenie. Entheiliget Der Göttin Wohnung nicht durch Wuth und Mord. Gebietet euerm Volke Stillstand, höret Die Priesterin, die Schwester. |  |
|
| |
|
|